Seit Jahren halte ich mich mit Rennradfahren fit. Die langen Ausfahrten mit Freunden machen Laune und sind ein wunderbarer Ausgleich zu meiner Arbeit als Technischer Redakteur bei ZetaVision.

Neulich entschied ich, mir neue Radschuhe zu leisten. Die Alten hatten nun schon ein paar Jahre auf dem Buckel und waren wirklich nicht mehr frisch. Schliesslich hat der gemeine Rennradfahrer ja Stil und verschlissene Schuhe gelten auf dem Rennrad als genauso inakzeptabel wie verschlissene Lederschuhe zum Anzug. 

Es mag eine Berufskrankheit sein, dass ich Produktbeschreibungen und Beipackzettel nicht ungelesen wegschmeissen kann. Ich will wissen, wie die Hersteller ihre Produkte als die beste Wahl anpreisen, einem zum Kauf gratulieren, die technischen Vorteile betonen und gleichzeitig vor dem Gebrauch warnen. Oft spürt man beim Lesen förmlich, wie die Werbeabteilung mit der Rechtsabteilung und die Entwickler mit dem Produktmanagement um die Vormachtstellung im Beipackzettel stritten.

Ein Wechselbad der Gefühle begleitete mich auch, als ich die Technische Information las, die meinen neuen Radschuhen beilag:

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Glauben Sie mir, ich war verunsichert. Hatte ich einen Fehlkauf getätigt? Will ich, angesichts der Gefahren, die angeblich von diesem Produkt ausgehen, es überhaupt benutzen?

Dabei wollte ich zu diesem Zeitpunkt gar nicht verunsichert werden. Vielmehr hoffte ich auf eine Bestätigung, dass ich das richtige Produkt für meinen Zweck gekauft hatte. Welch ein Glücksgefühl hätte das auslösen können und der Hersteller hätte einen zufriedenen Kunden mehr!

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, vor Risiken soll und muss gewarnt werden. Schliesslich können Warnhinweise Leben retten und das Gesetz zur Produktehaftpflicht schreibt uns Redakteuren vor, wovor zu warnen ist. Aber Hand aufs Herz, sind beim Radfahren die Schuhe gefährlich? Und falls ja, wäre da nicht die Entwicklungsabteilung gefordert, bevor der Kunde damit konfrontiert wird?

Die technischen Redakteure der ZetaVision stellen die richtigen Fragen:

  • Was ist wann gefährlich?
  • Was kann geschehen, wenn ich nicht aufpasse?
  • Was muss ich tun, um die Gefahr zu bannen und sicher zu arbeiten?

Wenn Sie mögen, stellen wir auch Ihnen die richtigen Fragen. 

Eine Anmerkung zum Schluss: Ich hab, entgegen meiner Andeutung im Titel, das Rennrad nicht an den Nagel gehängt. Alternative Sportarten wie Basejumping oder Tiefseetauchen schienen mir nicht weniger gefährlich. Und ich war mir sicher, auch dafür hätte ich spezielle Schuhe kaufen müssen, bei denen dann im Beipackzettel... Sie wissen schon.